Wieso findet das Aspirin den Kopfschmerz und kann mich von diesem
Schmerz befreien?

 Nach der Einnahme beginnt sich eine Tablette im Magen oder Darm aufzulösen und setzt die darin enthaltenen Arzneistoffe, in aller Regel niedermolekulare organische Verbindungen, frei. Diese überwinden dann die Magen- und Darmwand und gelangen in die Blutbahn. Von dort beginnt der Transport durch den Körper, der zunächst über die Leber führt. Ziel dieses Transportes ist der Ort, an dem ein Arzneistoff seine Wirkung entfalten soll. Diese Orte sind meist Rezeptoren oder biochemische
Katalysatoren (Enzyme), die wichtige Funktionen in unserem Körper ausüben. Beispielsweise befinden sich Rezeptoren an der Oberfläche von Zellen, und durch Bindung eines kleinen Moleküls wird der Zelle ein Signal vermittelt, so daß im Inneren der
 Zelle Prozesse in Gang gesetzt werden. Der Körper produziert selbst solche Signalstoffe, wie zum Beispiel das Adrenalin. Arzneistoffe können nun mit diesen Botenstoffen um die Rezeptoren konkurrieren und so die Aufgaben einer Zelle beeinflussen, in dem Prozesse entweder gezielt ausgelöst oder blockiert werden. Die genannten biochemischen Katalysatoren oder Enzyme sind für Umwandlungen von Stoffen in unserem Körper verantwortlich. Mit ihrer Hilfe werden die Bausteine synthetisiert und
chemisch umgewandelt, die wir für alle  Vorgänge des Lebens brauchen; angefangen von der Verstoffwechslung
unserer Nahrung bis hin zu Prozessen, die bei einer blutenden Wunde dafür sorgen, daß die Wunde wieder verschlossen wird.

 Auch der Inhaltsstoff des Aspirins, Acetylsalicylsäure, greift an einem solchen Enzym an und beeinflußt dessen Funktion.
Es spielt in der Biosynthese körpereigener Verbindungen (sogenannter Entzündungsmediatoren) eine wichtige Rolle, die vermehrt in entzündetem Gewebe gebildet werden und unter anderem die Schmerzrezeptoren sensibilisieren. Aspirin vermag die Bildung dieser Verbindungen herunterzuregeln. Damit nun ein Arzneistoff die Funktion eines Enzyms beeinflussen kann,
muß es spezifisch und selektiv an diesen Katalysator binden. Die Stelle, an der normalerweise die Umwandlung der körpereigenen Stoffe durchgeführt wird, muß blockiert werden. Man kann diese Aufgabe mit der Funktion eines Schlüssels in einem Schloß vergleichen . Nur wenn ein Schlüssel die richtige Form undGestalt besitzt, paßt er in das Schloß und
kann seine Funktion ausüben. Arzneistoffe, die ihre Wirkung als Enzyminhibitoren entfalten, haben zwar die richtige Paßform des Schlüssels, aber sie setzen die Funktion des Schlosses außer Kraft. Man kann dies mit dem Abbrechen des Schlüssels im Schloß vergleichen.
 

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Quelle: http://pc1664.pharmazie.uni-marburg.de/agklebe/frames/einfuehrung.html