7. ein Gedankenmodell zur Atmosphäre

von Prof. Dr. Gerhard Gerlich, geschäftsführender Leiter des Instituts für Mathematische Physik an der
Technischeschen Universität Braunschweig und Verfasser zweier Bücher über Prinzipien der
Tensorrechnung und mathematische und statistische Grundlagen der Quantentheorie

"Mit Gas kann man keinen Wärmeschild aufbauen"

"Wir simulieren die Einstrahlung der Sonne mit der elektrischen Heizung einer
Herdplatte. Wenn man keinen Topf auf die Herdplatte stellt, wird sie nach einiger Zeit so heiß, daß sie rot glüht.
Wenn man einen Topf mit Wasser darauf gestellt hat, wird sie nicht rot glühend, solange Wasser im Topf ist. Im
ersten Fall hat man den wenig effektiven Wärmeübergang Platte/Luft: Zwar wird laufend die heiße Luft nach oben
abgeführt und die kühlere Luft kommt von der Seite heran, aber das reicht nicht, das Glühen der Herdplatte zu
verhindern. Klar ist, daß ohne die Luft die Platte heißer wäre als mit Luft. Wesentlich besser als von der Luft wird
die elektromagnetische Strahlung von einer Metallplatte, dem Boden des Wassertopfes, reflektiert, absorbiert und
emittiert (dies wird oft irreführend neulateinisch ,,reemittiert" und "Gegenstrahlung" genannt). Meist glüht der
Boden des leeren Wassertopfes nicht ganz so ,,schön" wie die Herdplatte, aber er ist nicht wesentlich davon entfernt.
Ist aber Wasser im Topf, glüht die Herdplatte nicht, obwohl nun auch noch das Wasser die ,,Wärmestrahlung"
absorbiert. Das Mehr an absorbierter elektromagnetischer Strahlung führt also zu einer deutlich niedrigeren
Temperatur der Herdplatte! Die Erklärung ist einfach, weil die Wärmeübergänge nicht nur durch die Temperaturen
der Herdplatte und irgendwelche Strahlungsbilanzen bestimmt sind.
Ich möchte dieses Beispiel etwas ausführlicher behandeln. Wir wollen zeigen, daß sich in vielen Fällen bei höherer
elektromagnetischer Absorption tatsächlich eine kleinere Temperatur des strahlenden Bodens einstellt. Wir
betrachten dazu zwei Körper höherer und tieferer Temperatur in einem gewissen räumlichen Abstand. Den ersten
Körper halten wir auf der höheren Temperatur, indem wir ihn mit einer konstanten elektrischen Leistung heizen
(man denke an die Herdplatte, Erdboden durch die Sonnenstrahlung), den kälteren halten wir z.B. mit Eiswasser auf
einer festen tieferen Temperatur (für Experten: man denke an eine experimentelle Anordnung zur Bestimmung der
Wärmeleitfähigkeit). Wenn wir nun mit allen möglichen experimentellen Tricks alle anderen Wärmeübergänge nach
außen vermeiden, stellt sich eine unterschiedliche Temperatur beim beheizten Körper ein, je nach dem, wie groß die
Wärmeleitfähigkeit des Materials zwischen den beiden Körpern ist. Ist die Wärmeleitfähigkeit dieses Materials
größer, ist die Temperatur des beheizten Körpers niedriger. Ist die Wärmeleitfähigkeit kleiner, ist die Temperatur
des beheizten Körpers größer. Jetzt muß man sich nur noch überlegen, wie die Strahlungsabsorption aussieht. Wenn
zwischen den beiden Körpern noch nicht einmal ein Gas ist, gibt es überhaupt keine Strahlungsabsorption, aber die
Wärmeleitfähigkeit ist extrem niedrig, der beheizte Körper wird besonders heiß! Setzen wir ein Metall zwischen die
beiden Körper, ist die Strahlungsabsorption besonders groß, aber auch die Wärmeleitfähigkeit besonders groß (gut)
und damit die Temperatur des beheizten Körpers besonders niedrig. Dies ist also genau das Gegenteil des von den
,,Umweltklimatologen" behaupteten atmosphärischen Treibhauseffektes: große Absorption der Schicht über dem
wärmeren beheizten Körper und trotzdem eine niedrigere Temperatur des beheizten Körpers!
Nun hat nach meinen Unterlagen Kohlendioxid tatsächlich eine kleinere Leitfähigkeit (und Temperaturleitfähigkeit)
als Luft. Aber bei dem kleinen Volumenanteil (0,03%) bringt auch ein Verzehnfachen keine Veränderungen im
Bereich der sinnvoll angebbaren Dezimalstellen. Deshalb überlasse ich diesen Unsinn, daß der Schwanz oder besser
die Schwanzhaare mit dem Hund wackeln, lieber ,,Umweltklimatologen".
Natürlich ,,bestrahlt" auch der kältere Körper den wärmeren Körper und der kältere Raumbereich den wärmeren.
Aber selbst mit Spiegeln oder Linsen kann man den wärmeren nicht auf Kosten des kälteren erwärmen. Dies hat
schon vor langer Zeit sehr sorgfältig der vorne genannte Rudolf Clausius behandelt (loc. cit. S.317-354). Der
Gegenstrahlungseffekt" geht im nicht-leeren Raum immer in der Wärmeleitung unter" und läßt sich experimentell
von ihr überhaupt nicht trennen."

Quelle:

© StR Holger Schickor ,
letzte Änderung 29.1.2OO1                 alle frames